Sprechen mit Ruhr Nachrichten, erkannte Watzke die Klausel zum ersten Mal an und stellte sie als pragmatische Lösung für eine Situation dar, die der Verein sorgfältig managen musste. Der vorherige Vertrag von Schlotterbeck lief bis 2027, was bedeutete, dass Dortmund vor der Aussicht stand, in die kommende Saison mit ihrem Kapitän im letzten Jahr seines Vertrags zu gehen. Das, sagte Watzke, war ein Szenario, das der Verein um jeden Preis vermeiden wollte.
Die neue Vereinbarung läuft bis 2031, enthält jedoch eine Ausstiegsklausel von zwischen 50 und 60 Millionen Euro, die für eine begrenzte Anzahl von Vereinen gültig ist und nur bis etwa Mitte Juli gilt. Real Madrid und Liverpool gehören zu den Berichten zufolge berechtigten Vereinen, die sie auslösen können, laut Sport Bild. Bayern München ist es nicht. Watzkes Argument ist einfach: Durch die Zustimmung zur Klausel sicherte sich Dortmund eine erheblich höhere Ablösesumme, als sie bei einem Verkauf mit einem Jahr Restlaufzeit des alten Vertrags hätten erwarten können, während sie sich gleichzeitig Planungssicherheit kauften.
Die deutsche Legende Lothar Matthäus, der auf Sky Deutschland, sprach, machte dieselbe Berechnung. Er schätzte den Unterschied auf etwa 25 bis 30 Millionen Euro im Vergleich zu dem, was Dortmund unter der vorherigen Vertragsstruktur hätte erhalten können.
Nicht jeder ist überzeugt. Der ehemalige Dortmunder Verteidiger Jürgen Kohler beschrieb die Klausel als unvereinbar mit echtem Engagement für den Verein, und Teile der Fans buhten Schlotterbeck während der 0-1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag aus. Der Dortmunder Geschäftsführer Carsten Cramer verurteilte später die Reaktion und sagte, es sei nicht angemessen, einen Dortmunder Spieler so zu behandeln.
Watzke wehrte sich entschieden gegen die Kritik und argumentierte, dass Ausstiegsklauseln mittlerweile gängige Praxis im europäischen Spitzenfußball seien. Bayern München, Paris Saint-Germain und andere große Vereine agieren alle innerhalb derselben Realität, sagte er.