Der 26-jährige Innenverteidiger hat am vergangenen Freitag seine langfristige Zukunft im Signal Iduna Park gesichert und damit monatelange Spekulationen über einen möglichen Abgang beendet. Bei der Unterzeichnung sagte er, er habe sich Zeit mit der Entscheidung gelassen und der Verein habe ihm einen Plan präsentiert, an den er glaubt.
"Ich weiß, was ich in diesem Verein habe", sagte Schlotterbeck. "Mein Ziel ist es, Titel zusammen mit Borussia Dortmund zu gewinnen."
Das Kleingedruckte erzählt jedoch eine kompliziertere Geschichte. Die Ausstiegsklausel ist ab diesem Sommer aktiv und gilt nur für eine ausgewählte Gruppe von großen ausländischen Clubs. Journalist Florian Plettenberg hat bestätigt, dass Bayern München ausdrücklich ausgeschlossen ist -- eine Bedingung, auf die Dortmund bestanden hat, um einen heimischen Rivalen nicht zu stärken. Real Madrid hingegen wird unter denjenigen vermutet, die sie auslösen können.
Lothar Matthäus hat angedeutet, dass die Klausel möglicherweise innerhalb des Vereins selbst entstanden ist und nicht aus Schlotterbecks Lager stammt. "Bevor er ohne diese Ausstiegsklausel geht und sich weigert, seinen Vertrag zu verlängern, lass es uns ihm einfach geben", sagte Matthäus und beschrieb die interne Logik. Er fügte hinzu, dass Dortmund trotzdem profitiert -- die Auslösung der Klausel in diesem Sommer würde immer noch eine erhebliche Gebühr generieren, während ein späterer Verlust ihn viel mehr kosten würde.
Die Nachrichten haben die Anhänger gespalten. Schlotterbeck wurde von Teilen der Dortmunder Fans während der Niederlage gegen Bayer Leverkusen am Samstag ausgebuht, was den Geschäftsführer des Vereins, Carsten Cramer, dazu veranlasste, die Reaktion öffentlich zu verurteilen.
Als Produkt der Jugendakademie von SG Weinstadt durchlief Schlotterbeck die Stationen Stuttgarter Kickers, VfR Aalen, Karlsruher, Union Berlin und Freiburg, bevor er zu Dortmund kam, wo er 156 Einsätze absolviert, zehn Tore erzielt und 18 Vorlagen gegeben hat. Er hat 25 Länderspiele für Deutschland absolviert und hofft, eine zentrale Rolle bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer zu spielen.
Ob die Verlängerung ein fünfjähriges Engagement oder ein Sprungbrett für den Sommer darstellt, bleibt abzuwarten. Die Klausel macht beide Ergebnisse völlig plausibel.