"Es wird gerade viel vorbereitet. Sobald der erste Dominostein fällt, ist Bewegung garantiert," sagte Cramer und skizzierte eine breitere Vision dafür, wie Borussia Dortmund künftig auf dem Markt agieren sollte.
"Wir sind ein Verein, der Potenzial freisetzt und Fantasie entfacht, und das muss sich auch in unserer Transferpolitik widerspiegeln. Es war kein Zufall, dass wir Ole Book als Sportdirektor verpflichtet haben," fügte er hinzu und umriss die Rolle in klaren Worten: "Wir müssen wieder in Werte investieren -- das kommt aus unserer DNA. Wir sind der Verein, der Spieler entwickelt, sie besser macht, und wir müssen einen anderen Marktwert generieren als wir es derzeit tun."
Zentral zu dieser Philosophie steht, auf aufstrebende Talente länger zu setzen, anstatt sofort zu kassieren. Dortmund hat sich kürzlich drei Ziele für die Zukunft gesetzt, von denen das drängendste darin besteht, die jährlichen budgetierten Verluste zu reduzieren, um finanzielle Flexibilität zu bewahren, was Cramer dem Magazin erneut bestätigte.
"Wir sollten es schaffen, unsere wirtschaftlichen Ziele durch normale Transfers zu erreichen, nicht durch außergewöhnliche," sagte er. "Wir wollen nicht nur junge Spieler entwickeln, um sie morgen verkaufen zu können -- wir wollen sie bis übermorgen oder sogar länger bei uns behalten." Die klare Priorität über alles andere, betonte er, bleibt es, guten, erfolgreichen Fußball zu spielen.
Auf die Frage, ob Dortmund mit den Elitevereinen Europas mithalten könne, war Cramer offen über das Ausmaß der Herausforderung.
"Es wird nur schwieriger. Der internationale Wettbewerb wird jedes Jahr brutaler. Wir stehen direkt am Rand der Top Ten Europas. Wenn wir diese Position halten und nicht auf Platz 15 zurückfallen wollen, müssen wir den nächsten Schritt machen. Wir müssen uns fragen: Wollen wir der Herausforderer im europäischen Fußball und Geschäft bleiben, oder wollen wir Vereinen wie Newcastle, Aston Villa, Inter, Atletico Madrid oder sogar Leipzig erlauben, uns zu überholen?"
Trotz der Unsicherheit sagte Cramer, dass er der neuen Saison mit Zuversicht entgegensehe und um Geduld bitte, angesichts der wachsenden Jugendlichkeit des Kaders.
"Wir haben keinen einzigen echten Stammspieler verloren und wir haben eine sehr solide Basis. Gleichzeitig müssen wir uns Raum geben, denn wir werden jünger. So überzeugend Samuele Inacio war, so vielversprechend Joane Gadou ist, werden wir mit einem verjüngten Kader nicht immun gegen Rückschläge sein."
