Die Saga schien am 14. Juli kurz vor der Lösung zu stehen, als Berichte darauf hindeuteten, dass Barcelona und Ter Stegen die administrativen Hürden überwunden hatten, die einem Leihwechsel nach Amsterdam im Weg standen, und den Weg für den deutschen Nationalspieler ebneten, um zu einem medizinischen Check zu reisen.
Diese Hindernisse traten jedoch innerhalb weniger Tage wieder auf, und die Situation hat sich in den letzten 24 Stunden laut Berichten des Journalisten Matteo Moretto weiter verschärft.
Der Streit dreht sich nicht mehr nur um steuerliche Regelungen, wie es zu Beginn des Prozesses der Fall war, sondern darum, welcher Verein den Großteil von Ter Stegens Gehalt übernehmen wird. Der 33-Jährige verdient in der Region von 16 Millionen Euro pro Saison, was zu den höchsten Gehältern im Kader von Barcelona gehört, und der katalanische Verein ist Berichten zufolge nicht bereit, das während seiner Leihe bei Girona verwendete Arrangement zu wiederholen, bei dem die katalanische Seite etwa 97 Prozent seines Gehalts übernahm.
Barcelona möchte, dass Ajax, das in diesem Deal als die finanziell stärkere Partei beschrieben wird, diesmal einen deutlich größeren Anteil übernimmt, teilweise um die Position des Vereins unter den Regeln des Financial Fair Play zu schützen.
Ter Stegen steht bis 2028 unter Vertrag bei Barcelona und hat das Training in der Vorbereitung mit Hansi Flicks Mannschaft fortgesetzt, während die beiden Vereine verhandeln. Ein eventueller Deal wird voraussichtlich in Form einer einjährigen Leihe erfolgen, wahrscheinlich ohne Kaufverpflichtung, obwohl der Zusammenbruch der Gespräche diesen Rahmen vorerst in Zweifel gezogen hat.
Die Verzögerung drückt auch auf die eigenen Vorbereitungen von Ajax. Der niederländische Verein begann die Vorbereitung am 1. Juli und hat bereits seine ersten Freundschaftsspiele absolviert, während die Qualifikationsspiele zur Conference League nun im Gange sind, was den Verein ohne den erfahrenen Torhüter lässt, den er als prioritäre Verstärkung für die neue Eredivisie-Saison identifiziert hatte.
Für Barcelona hat die Lösung der Situation eine eigene Dringlichkeit, da der Verein bestrebt ist, Platz im Gehaltsbudget zu schaffen, um andere eingehende Verpflichtungen zu registrieren. Bis eine Einigung über die Gehaltsaufteilung erzielt wird, kann keine der beiden Seiten den Transfer vorantreiben, und was einst wie eine Formsache aussah, entwickelt sich nun zu einer der langwierigeren Sagas des spanischen Transferfensters.
