Der Deutsche, der Real Madrid 2007-08 zur LaLiga-Meisterschaft führte, bevor er am Vorabend eines Clásico von Ramón Calderón umstritten entlassen wurde, äußerte die Kommentare beim Battle of Stars, einem Charity-Golfturnier zur Unterstützung der ALS-Forschung, das auf den mallorquinischen Plätzen von Pula Golf und Son Servera stattfand.
Schuster, der ebenfalls für Real Madrid, Barcelona und Atletico Madrid während einer glanzvollen Karriere spielte, bot eine klare Sicht darauf, was Mourinhos Ernennung bedeutet.
"Ich denke, fußballerisch muss man das ein wenig trennen. Mourinho kommt nicht zu Real Madrid, um attraktiven und gewinnenden Fußball zu spielen -- er ist ein Trainer, der mit der Erfahrung so vieler Jahre kommt, um dem Präsidenten unter die Arme zu greifen."
Er ging weiter und schlug vor, dass die Ernennung sowohl eine politische Dimension als auch eine sportliche hat.
"Es kann ein Manöver des Präsidenten des Vereins sein, ihn vor die Medien zu stellen, aber auch mit dem Ziel, eine Gruppe zu schaffen, die nicht existiert. Deshalb können Titel nicht gewonnen werden, nicht in zwei Jahren, nicht in drei -- es geht ein bisschen darum, einige Gefühle zurückzugewinnen."
Mourinhos Ernennung wurde diese Woche bestätigt, wobei Real Madrid Benfica 15 Millionen Euro als Entschädigung zahlte, um ihn aus seinem Vertrag zu entlassen. Er folgt auf Álvaro Arbeloa, der im Januar nach der Entlassung von Xabi Alonso übernahm -- eine Trainerfolge, die zwei titellose Saisons und einen Kabinettstreit durch öffentliche Meinungsverschiedenheiten zwischen erfahrenen Spielern, insbesondere Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni, hervorgebracht hat.
Schusters Einschätzung stimmt mit diesem Hintergrund überein. Sein Vorschlag ist, dass Mourinhos primärer Wert nicht in taktischer Innovation liegt, sondern darin, eine Hierarchie und Disziplin wiederherzustellen, die dem Verein gefehlt hat -- eine Funktion, die seiner Ansicht nach Vorrang vor Unterhaltung oder schnellem Silbergewinn hat.
Schuster äußerte auch seine Meinung zu Deutschlands Perspektiven bei der Weltmeisterschaft, wo das Team in den kommenden Tagen seine Kampagne beginnt.
"Uns fehlt ein Mittelstürmer, ein Torschütze. Deutschland ist immer wettbewerbsfähig, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie sehr weit kommen können. Sie wissen, wie man Turniere spielt, und man sollte sie niemals abschreiben, obwohl ich nicht gemocht habe, was ich gesehen habe."
Für einen Verein, der gerade einen der am meisten dekorierten Trainer in der Geschichte des Sports mit dem ausdrücklichen Ziel installiert hat, Ordnung wiederherzustellen, könnte Schusters Rahmen -- Kontrolle vor Kunstfertigkeit -- genau das Briefing sein, das Mourinho gegeben wurde.
