Die Bundesliga-Honeymoon des Argentiniers dauerte kaum eine Woche. Leipzig zerlegte Borussia Mönchengladbach am Eröffnungswochenende von Demichelis' Amtszeit mit 3-0, wurde dann jedoch in einer 1-3-Niederlage gegen Werder Bremen gründlich übertroffen, was Bild dazu veranlasste, von "erheblichen Bedenken" innerhalb des Vereins zu berichten, ob er den richtigen Ansatz für den Spielstil der Mannschaft hat.
Demichelis übernahm im Sommer, nachdem Leipzig Ole Werner entlassen hatte, obwohl der Deutsche den Verein in seiner einzigen Saison auf den dritten Platz in der Bundesliga und zurück in die Champions League geführt hatte.
RB Leipzig soll eine Ausstiegsklausel aktiviert haben, um den ehemaligen Bayern München-Verteidiger von dem abgestiegenen spanischen Verein RCD Mallorca zu verpflichten, wo er nur zwölf Spiele geleitet hatte. Zuvor hatte er in Mexiko und Argentinien mit CF Monterrey und River Plate gearbeitet.
Der Geschäftsführer von Sporting, Marcel Schäfer, versteckte seine Frustration nach der Niederlage gegen Bremen nicht und nannte sie "einen echten Weckruf" für den Kader.
"Unsere Besetzung im Strafraum war nicht gut genug. Gegen einen Gegner, der sehr tief steht, fanden wir zu wenige Lösungen," sagte er.
"Wir müssen keine einzelnen Spieler herausstellen, ich erwarte eine deutlich andere Leistung. Mit unseren eigenen Standards können wir dieses Spiel nicht einfach abtun."
Leipzig fehlten im Weserstadion sechs potenzielle Stammspieler aufgrund von Verletzungen und Abwesenheit, darunter Brajan Gruda, Roko Reitz und Castello Lukeba, obwohl die Vereinsführung zögerte, dies als vollständige Erklärung für die Leistung zu akzeptieren.
Das viel diskutierte Pressingsystem des Vereins, das zentral zum Motto "Intensität ist unsere Identität" gehört, das auf ihrem Trainingsgelände zu sehen ist, wurde nach der Niederlage als besonders besorgniserregend hervorgehoben.
Hinter den Kulissen sollen Bedenken hinsichtlich Demichelis' taktischer Ideen mit dem Ball seit der Vorbereitung bestanden haben, was frühzeitig Druck auf eine Trainerregentschaft ausübte, die erst eine Handvoll Spiele alt ist.
Leipzig wird auch noch eine Weile ohne die zurückkehrenden Gruda und Lukeba auskommen müssen, obwohl beide bald wieder auf dem Platz erwartet werden, was etwas Hoffnung bietet, dass sich die Ergebnisse verbessern können, bevor der Druck auf den Argentinier weiter zunimmt.
