Der gescheiterte Deal war monatelang in Vorbereitung. Im Januar hatte die Investmentgruppe von Ramos eine Rahmenvereinbarung mit den Eigentümern von Sevilla getroffen, um 85 Prozent der Vereinsanteile für 275 Millionen Euro zu kaufen, mit zusätzlichen 85 Millionen Euro an Schuldenübernahme und einer Kapitalerhöhung von 80 Millionen Euro -- ein Gesamtpaket im Wert von 440 Millionen Euro.
Was Ramos' Gruppe bei dem Treffen am Mittwoch präsentierte, war materiell anders.
Anstelle des vereinbarten Aktienkaufs sah der neue Vorschlag vor, dass die Gruppe nur etwa 18 Prozent der bestehenden Anteile für 100 Millionen Euro erwirbt, gefolgt von einer Kapitalerhöhung von 120 Millionen Euro, die ihnen einen Anteil von 42 Prozent geben würde. Durch die Kontrolle über die neue Kapitalzufuhr hätten sie dann die Mehrheit bei Entscheidungen, ohne die bestehenden Aktionäre in irgendeiner Weise nahe dem vereinbarten Niveau entschädigt zu haben.
Die Aktionäre von Sevilla bezeichneten es privat als das schlechteste Angebot, das sie im gesamten Prozess erhalten hatten. Ihre öffentliche Position war eindeutig -- die Gespräche sind beendet.
Der Zusammenbruch beendet einen Prozess, der sich über fünf Monate erstreckte und auf beiden Seiten erhebliche Ressourcen verbrauchte. Ramos, 40, war in Sevillas Akademie aufgewachsen, bevor er 2005 zu Real Madrid wechselte, und die Aussicht auf die Rückkehr eines ehemaligen Helden, um den Verein durch eine schwierige finanzielle Phase zu führen, wurde von großen Teilen der Fangemeinde positiv aufgenommen.
Die finanzielle Situation bei Sevilla ist akut. Der Verein verzeichnete in den zuletzt berichteten Konten Verluste von über 100 Millionen Euro, und eine verpflichtende Kapitalerhöhung wird von den Fußballregulierungsbehörden als nicht verhandelbar angesehen. Ohne frisches Investment wird die Fähigkeit des Vereins, für die nächste Saison zu planen -- einschließlich der Beibehaltung von Trainer Luis García Plaza und der Ermöglichung von Sportdirektor José Ignacio Navarro, auf dem Transfermarkt zu agieren -- zunehmend eingeschränkt.
Die Aktionäre von Sevilla ziehen nun alternative Angebote von Investoren in Betracht, die den Prozess verfolgt hatten und glaubten, dass der Ramos-Deal letztendlich scheitern würde. Quellen, die von El Desmarque zitiert werden, deuten darauf hin, dass mehrere glaubwürdige Parteien bereit sind, sofort wieder einzusteigen.
Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni. Sevilla benötigt eine Lösung, bevor ernsthafte Planungen für den Sommertransfer beginnen können.
Ramos erhält nichts. Sevilla kann neu anfangen.