Leao wurde sowohl zur Halbzeit als auch als er in der 77. Minute das Feld verließ, lautstark ausgebuht, in einem Spiel, in dem Milan unorganisiert, defensiv schwach und unfähig war, die Chancen zu nutzen, die sie kreierten. Die Niederlage -- die dritte in vier Spielen -- lässt sie auf dem dritten Platz, aber Como und Juventus drohen nun, den Abstand zu verkleinern.
Rabiot war ehrlich in seiner Einschätzung, als er nach dem Spiel sprach, richtete aber klare Worte an die Behandlung seines Mitspielers.
"Es ist eine schwere Niederlage, ich kann die Enttäuschung der Fans verstehen. Aber ich war enttäuscht über das Ausbuhen von Leao. Meiner Meinung nach müssen wir ihn jetzt unterstützen. Das hat ihm nicht geholfen, und es war nicht schön zu sehen."
In Bezug auf die Leistung schonte Rabiot weder sich selbst noch das Team.
"Vielleicht weiß ich es physisch nicht, aber mental gibt es ein bisschen Müdigkeit, das stimmt. In diesem Spiel haben wir weniger Stabilität gezeigt. Wir wissen, dass wir, wenn wir gut verteidigen, die meisten Zeit das Tor finden und Spiele gewinnen. Heute waren wir zu unorganisiert, wir haben schlecht verteidigt, wir haben zu viele Konter zugelassen."
Er übernahm auch persönliche Verantwortung.
"Wir haben alle Fehler gemacht und ich war der erste. Mir fehlte auch bei einigen Dingen die Schärfe. Der Trainer spricht immer mit uns über das Markieren, wir haben unsere Klarheit verloren, weil wir Tore erzielen und mit zu vielen Spielern nach vorne drängen wollten. Im Moment habe ich auch auf dem Platz die Klarheit verloren, um mich umzusehen und anderen zu sagen, dass sie sich ein bisschen mehr konzentrieren sollen. Wir werden dieses Spiel überprüfen und analysieren."
In Bezug auf das Versagen, Chancen zu nutzen, war Rabiot ebenso direkt.
"Es ist ein Problem in letzter Zeit -- wir kreieren viele Chancen, aber nutzen sie nicht. Und wenn man auch schlecht verteidigt, kassiert man Tore. Darauf müssen wir arbeiten."
Trainer Massimiliano Allegri, der eine Touchline-Sperre absitzen musste, sprach laut Rabiot ruhig mit der Mannschaft danach.
"Er war sehr ruhig. Er sagte uns, wir sollen gelassen bleiben, dass das Ziel immer noch da ist. Wir müssen sofort umschalten und an das Spiel gegen Verona denken. Gelassenheit und Einheit -- er war sehr ruhig."
Der Champions-League-Platz von Milan ist jetzt nicht mehr die Selbstverständlichkeit, die er einmal schien. Mit noch sechs Spielen benötigt Allegris Mannschaft eine Antwort -- und zwar schnell.
