In einem Gespräch über das Sportstudio von ZDF am Samstag gab Eberl den bisher detailliertesten Bericht über den Prozess, der Kompany in die Allianz Arena brachte, nur wenige Wochen nachdem der Belgier mit Burnley aus der Premier League abgestiegen war.
"Es ist kein Geheimnis, dass Julian Nagelsmann eine Möglichkeit war, dass wir mit Ralf Rangnick gesprochen haben, dass wir mit Oliver Glasner gesprochen haben. Einige wollten auch Hansi Flick zurück. Darüber müssen wir nicht herumreden."
"Wie ich zuvor sagte: Vincent Kompany stand tatsächlich schon auf unserer Liste. Aber um ehrlich zu sein -- und ich bin da vollkommen offen -- habe ich mich nicht getraut, Vincent Kompany zuerst vorzuschlagen. Stattdessen haben wir zuerst Top-Trainer mit Namen und Ruhm angesprochen."
Der Skeptizismus erstreckte sich bis in den Vorstand. Karl-Heinz Rummenigge, einer der größten Spieler in der Geschichte des Vereins und Mitglied des Aufsichtsrats, war nicht überzeugt. Es war Eberl, der den entscheidenden Schritt vorschlug.
"Als die Frage aufkam, ob wir uns wirklich sicher seien, sagte ich zu Kalle: 'Du bist so nah bei Pep, oder? Ruf ihn an und frag, was er von Kompany hält.' Das war der Durchbruch."
Rummenigge sprach anschließend fast zwei Stunden mit Guardiola. "Um es kurz zu machen, er sagte, er sei zu hundert Prozent überzeugt, dass Vincent Kompany absolut der richtige Trainer für Bayern sei. Also dachte ich: Wenn Guardiola ihm so ein Lob ausspricht, wird alles gut."
Guardiola trainierte Kompany drei Jahre lang bei Manchester City und gewann zusammen sechs Titel. Er selbst hatte zwischen 2013 und 2016 drei Jahre bei Bayern verbracht und drei Bundesliga-Titel sowie den DFB-Pokal zweimal gewonnen.
Eberl reflektierte über das, was folgte. "Jetzt, 20 Monate später, muss man sagen, es ist ein Glücksgriff für Bayern. Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie sich die Dinge entwickeln würden."
Bayern ist in dieser Saison auf Kurs für ein Triple -- Bundesliga-Meister, DFB-Pokal-Finalist, Champions-League-Halbfinalist gegen Paris Saint-Germain.