Bloomberg berichtete, dass interne Diskussionen seit Monaten unter den in den USA ansässigen Mitgliedern der Familie stattfinden, wobei einige versuchen, andere zu überzeugen, sich ihnen bei einem möglichen Ausstieg anzuschließen.
Der Bericht macht deutlich, dass keine einheitliche Familienentscheidung getroffen wurde, da verschiedene Mitglieder unterschiedliche Ansichten über den optimalen Weg nach vorne haben. Der geschäftsführende Co-Vorsitzende Joel Glazer möchte offenbar weiterhin involviert bleiben.
Die Glazer-Familie hält insgesamt etwa 51 Prozent der Anteile an Manchester United, nachdem sie im Februar 2024 einen Anteil von etwa 29 Prozent an Sir Jim Ratcliffes INEOS Group verkauft hat. Dieses Geschäft gab Ratcliffe die Kontrolle über die sportlichen Abläufe, während die Glazers als Mehrheitsaktionäre blieben.
Die Familie wählte zuvor den Ratcliffe-Deal gegenüber einem vollständigen Verkauf an ein katarisches Investorenkonsortium, das ein Angebot von über 5 Milliarden Pfund für den gesamten Klub abgegeben hatte. Die Berichterstattung von Bloomberg deutet darauf hin, dass dieselbe Entscheidung weiterhin die Familie spaltet, wobei einige Mitglieder, die den Teilverkauf unterstützten, jetzt eher bereit sind, einen vollständigen Ausstieg in Betracht zu ziehen.
Ein umfassender Verkauf würde wahrscheinlich konkurrierendes Interesse von Konsortien aus dem Nahen Osten und den USA anziehen. Die aktuelle Marktkapitalisierung an der NYSE von etwa 2,8 Milliarden Pfund wird als untere Grenze -- nicht als obere Grenze -- für jede tatsächliche Übernahmebewertung angesehen, angesichts des Aufschlags, den die Kontrolle über eine globale Sportmarke verlangt.
Die Glazer-Familie übernahm United 2005 durch einen Leveraged Buyout, der den schuldenfreien Klub mit erheblichen Schulden belastete. Die neuesten Finanzberichte von United zeigen eine ausstehende Verschuldung von etwa 1,3 Milliarden Pfund. Die bevorstehende Neugestaltung von Old Trafford -- ein Projekt, das voraussichtlich mehrere Milliarden Pfund kosten wird -- erhöht den Druck auf die Eigentümerstruktur weiter.
Manchester United lehnte eine Stellungnahme ab. Die Glazer-Familie reagierte vor der Veröffentlichung nicht auf die Anfrage von Bloomberg.
