Kahn argumentiert, dass die Identität des ehemaligen Liverpool-Managers als Baumeister und Entwickler von Teams grundsätzlich unvereinbar ist mit einem Kabinett, das von individuellen Superstars dominiert wird, die sich taktischen Vorgaben widersetzen.
Der ehemalige Torwart von Bayern München und Deutschland sprach auf Sky Deutschland, während die Spekulationen über die Nachfolge von Álvaro Arbeloa im Bernabéu weiter zunehmen.
Real Madrid steuert auf eine zweite aufeinanderfolgende trostlose Saison zu, nachdem sie von Bayern München aus der Champions League eliminiert wurden und La Liga effektiv an Barcelona abgegeben haben, die mit elf Punkten Vorsprung und fünf verbleibenden Spielen führen. José Mourinho wird als der wahrscheinlichste Kandidat angesehen, aber Klopps Name hat in der Debatte in ganz Europa eine prominente Rolle gespielt.
Kahns Urteil über diese Möglichkeit war deutlich.
"Ich weiß nicht, ob ich das tun würde, wenn ich Jürgen Klopp wäre. Passen Real Madrid und Jürgen Klopp zusammen? Wenn wir es tiefer analysieren, ist Jürgen einer von denen, die gerne entwickeln, gerne aufbauen."
Er beschrieb die Umgebung von Real Madrid als grundsätzlich feindlich gegenüber der Art von strukturiertem, systembasiertem Fußball, auf dem Klopp seinen Ruf aufgebaut hat.
"Er arbeitet mit einem definierten System. Real Madrid ist etwas völlig anderes. Real Madrid ist eine Gruppe von Individuen, eine Gruppe von Superstars, die sich kategorisch weigern, ein Konzept, das ihnen aufgezwungen wird, zu akzeptieren."
Kahn verwies auf den gescheiterten Versuch, Xabi Alonso als Cheftrainer zu installieren -- ein Vorhaben, das endete, als der baskische Trainer sich entschied, stattdessen zu Bayern zu wechseln -- als Beweis dafür, wie schwierig es ist, die Umgebung selbst für Persönlichkeiten mit großer Autorität zu navigieren.
"Wir haben es bei Xabi Alonso gesehen. Es geht darum, ob man als Trainer den Respekt hat, sich mit den Spielern verbinden kann, die großen Stars managen kann und sie von dem System überzeugen kann, das man umsetzen möchte."
AS berichtete diese Woche, dass Klopp tatsächlich kein ernsthafter Kandidat für die Rolle bei Real Madrid ist, da der Deutsche verstanden wird, sich auf die Möglichkeit zu konzentrieren, Julian Nagelsmann nach der Weltmeisterschaft mit der deutschen Nationalmannschaft nachzufolgen. Mourinho hingegen bestritt am Freitag, dass Gespräche mit Real Madrid stattgefunden haben -- eine Ablehnung, die im Kontext in Spanien nur wenige überzeugt hat.
Real Madrid trifft am Sonntagabend auf Espanyol in einem Spiel, das zunehmend wie ein Vorsprechen für niemanden wirkt, angesichts der Gewissheit, dass Arbeloas Amtszeit im Sommer unabhängig von den Ergebnissen enden wird.
